Krankheitsstadien

Demenzerkrankungen verlaufen typischerweise in verschiedenen Stadien. Weil die Alzheimer-Krankheit am weitaus häufigsten auftritt, stellen wir ihren Verlauf hier ausführlicher vor.

Anfangsstadium/leichte Demenz

In diesem ersten Stadium der Demenzerkrankung leben die Betroffenen überwiegend in einem Privathaushalt, allein oder zusammen mit einem Ehepartner. Alles beginnt mit dem schleichenden Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Die Demenzkranken können sich an weiter zurückliegende Begebenheiten sehr gut erinnern, an kurz zuvor Gesagtes aber wenig. Die Merkfähigkeit verschlechtert sich stetig, und dem Betroffenen fällt es zunehmend schwerer, Gesprächen zu folgen. Erste Wortfindungsstörungen und Benennungsstörungen treten auf, Gesprächsinhalte werden ständig wiederholt. Die Fähigkeit, Termine einzuhalten, nimmt ab. Dinge werden verlegt, und nicht selten wird das Umfeld beschuldigt. Die räumliche Orientierung weist erste Defizite auf. Dem Demenzkranken fällt es schwer, sich in fremder Umgebung zurechtzufinden und er bleibt daher lieber in seinem bekannten Umfeld.

Der Betroffene erlebt diese Phase ganz bewusst und versucht, die beginnenden Defizite vor dem Umfeld zu kaschieren. Meist zieht er sich zurück oder verhält sich misstrauisch gegenüber seinem Umfeld. Er fühlt sich ständig beobachtet und an die Veränderung erinnert. In diesem frühen Stadium ist es oft noch möglich - und wichtig -, rechtliche Dinge zu regeln wie Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht oder Testament.

Versuchen Sie auch, die noch vorhandenen Erinnerungen zu bewahren. Dazu können Sie z. B. gemeinsam ein Erinnerungsalbum anlegen, das wichtige Ereignisse im Leben des Erkrankten dokumentiert, in dem aber auch Reiseandenken, Eintrittskarten, Urkunden oder andere Dinge enthalten sind, die eine große Bedeutung im Lebend des Demenzkranken hatten. Weitere Informationen zu dieser sogenannten Biografiearbeit finden Sie auch unter www.alzheimerforum.de.

Mittleres Stadium/mittelschwere Demenz

Im mittleren Stadium einer Demenzerkrankung treten deutlich erkennbare und schwerwiegende Defizite auf. Die Gegenwart tritt mehr und mehr in den Hintergrund, aber auch das Langzeitgedächtnis wird zunehmend brüchiger.
Dem Demenzkranken sind diese Einschränkungen nicht mehr bewusst. Eine selbstständige Lebensführung ohne Hilfe ist nicht mehr möglich, es kommt zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen. Die Sprache wird immer undeutlicher. Versprechen, Vertauschen von Wörtern und Lauten, ständiges Wiederholen eines Satzes, Aneinanderreihen von sinnlosen Wörtern und floskelhafter Sprachgestaltung erschweren die Kommunikation.

Hinzu kommen Bewegungsstörungen. Alltägliche Handlungen, wie Körperpflege, die Auswahl der richtigen Kleidung, Nahrungsaufnahme etc. kann nicht mehr selbstständig durchgeführt werden. Oft kommt es auch zu Harninkontinenz.

Kennzeichnend für dieses mittlere Stadium sind auch die sekundären Symptome der Demenzerkrankung wie Angst, starker Bewegungsdrang, Aggressivität und ein verändertes Sozialverhalten. Spätestens jetzt sollte überlegt werden, einen Pflegegrad zu beantragen und professionelle Hilfe wie eine Tagespflege und/oder einen Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist auch, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Versorgung des Demenzkranken beim weiteren Fortschreiten der Erkrankung aussehen soll.

Letztes Stadium/schwere Demenz

In dieser letzten Phase der Demenzerkrankung ist eine selbstständige Lebensführung nicht mehr möglich. Der Erkrankte ist in allen Bereichen des täglichen Lebens schwer eingeschränkt. Er kann weder alleine essen noch sich alleine an- oder ausziehen. Manche Demenzkranke sprechen auch gar nicht mehr, andere können sich noch über einzelne Laute oder Wörter verständigen. Typisch sind auch eine ständige Unruhe oder aber eine wachsende Teilnahmslosigkeit.

Die Bewegungsstörungen werden immer ausgeprägter. Das Gangbild verändert sich, es treten Gangunsicherheiten auf, die zu Stürzen führen. Auch das Sitzen fällt Demenzkranken schwer. Häufig kommt es im Endstadium der Demenzerkrankung  zu einer vollständigen Bewegungsunfähigkeit bzw. zum Kontrollverlust aller körperlichen Funktionen.

Die Pflege eines Demenzkranken im Endstadium ist eine mehr als fordernde Aufgabe. Weil der Kranke in der Regel bettlägerig ist, sollten kräftesparende Pflegetechniken erlernt werden.