Pflegeformen

Häusliche Pflege/Ambulanter Pflegedienst

Wer im Alter auf Pflege angewiesen ist, kann unter einer ganzen Reihe von Pflegeformen und Betreuungsmöglichkeiten wählen – je nach Grad der Pflegebedürftigkeit. Die angemessene Pflegeform und den passenden Anbieter zu finden, ist aber nicht immer ganz einfach. Wir geben Ihnen hier einen Überblick über Ihre Möglichkeiten.

Die meisten Menschen möchten im Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben – und rund zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden auch zu Hause gepflegt. Bei der häuslichen Pflege unterscheidet man zwischen der ehrenamtlichen Pflege durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die unsere Pflegekasse mit dem Pflegegeld unterstützt, und der professionellen Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst, der sogenannten Sachleistung.

Um Pflegegeld bzw. Sachleistungen für die häusliche Pflege zu bekommen, ist die Einstufung in einen Pflegegrad erforderlich, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vornimmt. Die Höhe von Pflegegeld und Sachleistungen richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad.

Pflegebedürftige können frei wählen, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen möchten, und können diese auch miteinander kombinieren. In den meisten Fällen wird die Pflege durch Angehörige durch einen ambulanten Pflegedienst ergänzt. Diese Einsätze professioneller Pflegekräfte, die sogenannte Sachleistung, rechnet der Pflegedienst oder die Sozialstation direkt mit uns ab. Bei der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst helfen wir Ihnen mit unserem BKK PflegeFinder.

Übrigens: Die Pflegebedürftigen können individuell entscheiden, welche Leistungen der Pflegedienst ausführen soll. Die Vereinbarungen werden in einem sogenannten Pflegevertrag schriftlich festgehalten.

Tages- und Nachtpflege

Tages- und Nachtpflege

Nicht immer können Angehörige die häusliche Pflege rund um die Uhr gewährleisten. Insbesondere Berufstätige stoßen hier oft an Grenzen, obwohl sie die Pflege zu Hause grundsätzlich gern übernehmen würden. Dann empfiehlt es sich, Leistungen der häuslichen Pflege mit Leistungen der Tages- und Nachtpflege zu kombinieren. Darunter versteht man die zeitweise Betreuung in einer entsprechenden Einrichtung – entweder tagsüber oder während der Nacht. So können auch Pflegebedürftige mit erheblichem Pflegebedarf weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und zu Hause betreut werden.

Die Kombination aus ambulanter und teilstationärer Pflege stellt eine Rundumversorgung sicher. Gleichzeitig entlastet diese Form der Betreuung die pflegenden Angehörigen. Und für den Pflegebedürftigen ist der Besuch einer tagespflegerischen Einrichtung oft eine willkommene Abwechslung – der Kontakt und die Gesellschaft Anderer tun in der Regel gut.

Die Einrichtungen der Tagespflege sind in der Regel werktags, manche auch samstags, geöffnet. Wie häufig eine Einrichtung der Tagespflege besucht wird, kann jeder selbst festlegen – ob nur zwei Mal pro Woche oder jeden Tag, das hängt ganz von den individuellen Bedürfnissen ab.

Die Leistung umfasst auch die notwendige Beförderung. Meistens werden die Pflegebedürftigen morgens abgeholt und nachmittags zurück nach Hause gebracht. Erkundigen Sie sich, ob die Einrichtung, die für Sie infrage kommt, einen Fahrservice anbietet.

In der Nachtpflege werden ältere Menschen in einem vorher vereinbarten Zeitraum zwischen 18 und 7 Uhr täglich betreut. Diese Pflegeeinrichtungen sind meist für Demenzkranke in einem Anfangs- oder mittleren Stadium der Krankheit gedacht, die noch zu Hause leben. Deren Angehörige sollen mit der Nachtpflege entlastet werden, damit auch sie ruhig durchschlafen können.

Bei der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst unterstützt Sie der BKK PflegeFinder.

Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Kurzzeit-und Verhinderungspflege

Kurzzeit-und Verhinderungspflege sind zwei unterschiedliche Pflegeformen, die im Grundsatz aber für den gleichen Zweck konzipiert sind: Beides sind Maßnahmen, die den Ausfall der Pflegeperson für einen bestimmten Zeitraum überbrücken. Während die Kurzzeitpflege stationär erfolgt, wird die Verhinderungspflege von einem ambulanten Pflegedienst oder einer anderen Person übernommen.

Eine Kurzzeitpflege, d. h. ein vorübergehender Heimaufenthalt kann z. B. erforderlich sein, wenn

  • die Wohnung des Pflegebedürftigen nach einem Aufenthalt im Krankenhaus oder einer Reha-Klinik noch pflegegerecht umgebaut oder mit Hilfsmitteln ausgestattet werden muss
  • der Zustand des Pflegebedürftigen sich vorübergehend verschlimmert
  • die Pflegeperson plötzlich ausfällt und es keinen Ersatz gibt

In solchen Ausnahmesituationen greift die Kurzzeitpflege.

Im Unterschied zur Kurzzeitpflege ist die Verhinderungspflege eine häusliche, also keine stationäre Pflege. Sie greift, wenn die pflegende Person vorübergehend nicht pflegen kann, etwa wegen einer Urlaubsreise oder auch wegen einer Krankheit. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Pflegebedürftige bis zum Zeitpunkt der Verhinderung mindestens sechs Monate in der häuslichen Umgebung gepflegt wurde.

Übrigens: Die Pflegeperson muss nicht den ganzen Tag an der Pflege gehindert sein. Schon bei kurzen Unterbrechungen – wenn die Pflegeperson selbst zum Arzt muss oder sich für einige Stunden entspannen möchte - springt die BKK RWE Pflegekasse mit Leistungen der Verhinderungspflege ein.

Andere Pflegeformen

Andere Pflegeformen

Neben häuslicher und stationärer Pflege gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Alternativen fürs Wohnen im Alter. Sie eignen sich insbesondere für ältere Menschen, die zwar etwas Unterstützung im Alltag brauchen oder vielleicht nicht mehr alleine wohnen möchten, aber fit, aktiv und mobil sind und sich dem Ablauf und Zeitplan in einem Pflegeheim nicht unterordnen möchten.

In den letzten Jahren ist das Betreute Wohnen in altengerechten, barrierefreien Wohneinheiten immer beliebter geworden. Dank dieser Wohnform bleibt die selbstständige Lebensführung auch bei zunehmender Hilfebedürftigkeit erhalten. In der Regel ist Betreutes Wohnen gekoppelt mit verschiedenen Serviceangeboten wie Einkaufs- oder Wäschedienst, einem Verpflegungsservice oder auch mit einem ambulanten Pflegedienst. Diese Angebote können – müssen aber nicht – in Anspruch genommen werden. Diese Serviceleistungen müssen allerdings selbst bezahlt werden, für die Kosten des ambulanten Pflegediensts gelten dieselben Regelungen wie bei der häuslichen Pflege.

Auch Senioren-WGs erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. In einer solchen Wohngemeinschaft wohnen Frauen und Männer, die sich in der gleichen Lebenssituation befinden und sich gegenseitig unterstützen können – ohne auf Privatsphäre und Eigenständigkeit verzichten zu müssen. Denn alle WG-Bewohner leben in eigenen Zimmern, in die sie sich jederzeit zurückziehen können. Zugleich haben sie aber auch die Möglichkeit, in Gemeinschaftsräumen etwas gemeinsam zu tun, zusammen zu kochen und zu essen, Gesellschaftsspiele zu spielen oder sich zu unterhalten. Damit wird auch der Gefahr der Vereinsamung vorgebeugt, die mit der Pflegebedürftigkeit oft einhergeht. Mehr Tipps dazu gibt’s beim Bundesgesundheitsministerium.

In ambulant betreuten Wohngemeinschaften können Pflegebedürftige möglichst lange selbstständig und in häuslicher Umgebung wohnen, ohne dabei auf sich allein gestellt zu sein. Pflegebedürftige Menschen organisieren hier gemeinsam ihren Alltag und teilen sich Haushalts- und Pflegedienstleistungen. Besonders bewährt hat sich dieses Modell bei der Betreuung und Versorgung von Menschen mit Demenz. Solche Pflege-Wohngemeinschaften werden unter bestimmten Voraussetzungen von der BKK RWE-Pflegekasse gefördert.

In einem Mehrgenerationenhaus wohnen Mieter unterschiedlichen Alters und Familienstandes in einem Haus zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Derzeit gibt es rund 450 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland. Mehr Infos dazu finden Sie unter www.mehrgenerationenhaeuser.de.

Vollstationäre Pflege im Pflegeheim

Vollstationäre Pflege im Pflegeheim

Im Idealfall verbringt man den Lebensabend in den eigenen vier Wänden – aber das ist leider nicht immer möglich. Die stationäre Pflege in einem Heim ist manchmal unumgänglich, wenn man nicht mehr alleine zurechtkommt und niemand da ist, der hilft und pflegt. Oder aber die Pflege wird so aufwendig, dass sie zu Hause nicht mehr geleistet werden kann.

Sicherlich fällt die Entscheidung nicht leicht, in ein Pflegeheim zu gehen, weder für den Pflegebedürftigen selbst noch für seine Angehörigen. Daher ist es umso wichtiger, das passende Heim für den Pflegebedürftigen zu finden. Wir unterstützen Sie dabei mit dem BKK PflegeFinder. Mit dieser Suchmaschine finden Sie Pflegeheime in Ihrer Umgebung und bekommen Informationen über Größe, Kosten und Ausstattung.

Die Pflegekasse der BKK RWE übernimmt - entsprechend dem jeweiligen Pflegegrad - die Kosten für Leistungen bei vollstationärer Pflege, also in den Fällen, in denen Pflegebedürftige auf Dauer in einem Pflegeheim betreut werden, mit dem unsere Pflegekasse einen Versorgungsvertrag geschlossen hat. Voraussetzung ist, dass eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder nicht in Betracht kommt, etwa weil keine Pflegeperson vorhanden ist oder der Umfang der Pflege eine stationäre Pflege erfordert.