Pflegehandgriffe

Pflege in der Praxis

Wer einen Pflegebedürftigen zu Hause betreut, muss seine Bedürfnisse gut kennen. Die richtigen Handgriffe zu kennen, ist ebenfalls wichtig, um den eigenen Rücken zu schonen und um den Pflegebedürftigen nicht zu verletzen.

Bei aller Fürsorge sollte man aber unbedingt darauf achten, dem Pflegebedürftigen nicht alles abzunehmen. Vieles kann er sicherlich noch selbst, auch wenn es vielleicht länger dauert und die eigene Geduld dabei strapaziert werden kann. Aber dieses eigenständige Handeln erhält sein Selbstbewusstsein und seine Eigenständigkeit.

Bedenken Sie auch, dass Sie mit Situationen konfrontiert werden, die sicherlich nicht einfach sind. Einlagen wechseln, Erbrochenes wegwischen oder die Intimpflege: Das kann Ekel oder Scham auslösen, bei Ihnen ebenso wie bei dem Pflegebedürftigen. Versuchen Sie, all diese Situationen wie einen Normalfall zu behandeln. Und wenn Sie doch an die Grenzen Ihrer Möglichkeiten kommen, überlegen Sie, ob Sie bestimmte Tätigkeiten nicht lieber einem Pflegedienst überlassen.

Auch deswegen ist es wichtig, dass der Pflegebedürftige alles, was er noch alleine bewältigen kann, auch ohne Unterstützung tut. Damit entlasten Sie sich gleichzeitig auch selbst!

Was darüber hinaus wichtig und wertvoll ist zu wissen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Pflegehandgriffe

Einen Angehörigen zu pflegen, ist eine Herausforderung – und kann im wahrsten Sinne des Wortes kräftezehrend sein, insbesondere bei Bettlägerigkeit.

Die wichtigsten Pflegehandgriffe haben wir hier zusammengestellt. Damit tun Sie sich leichter bei der Pflege und beugen Überanstrengungen vor.

Um Sie noch besser zu unterstützen, fördert die Pflegekasse der BKK RWE für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen die Teilnahme an einer individuellen Schulung, die bei Ihnen zu Hause durchgeführt wird. Qualifizierte Pflegekräfte beraten und schulen pflegende Angehörige vor Ort, im Haus des Pflegebedürftigen und angepasst an die individuelle Situation. Über die verschiedenen Möglichkeiten der Teilnahme beraten wir Sie gern. Die Teilnahme ist für Sie kostenlos.

Eine individuelle Schulung für Angehörige bieten wir auch speziell für den Personenkreis der demenzerkrankten Menschen an.

Aufsetzen aus dem Bett

  1. Drehen Sie den Pflegebedürftigen zunächst auf die Seite. Dazu umgreifen Sie mit einer Hand die Schulter, die andere Hand umfasst die Hüfte.
  2. Greifen Sie dann mit einer Hand in beide Kniekehlen, mit der anderen Hand umfassen Sie den Oberkörper.
  3. Heben Sie nun Beine und Oberkörper gleichzeitig an und setzen den Pflegebedürftigen mit einer Drehbewegung auf.

Vom Bett in den Stuhl setzen

  1. Stellen Sie zunächst den Stuhl ans Bett. Dann umfasst der Pflegebedürftige mit seinen Armen Ihren Nacken. Sie selbst umfassen ihn unterhalb seiner Arme und verschränken Ihre Arme hinter seinem Rücken.
  2. Gehen Sie dabei ein wenig in die Hocke, halten Sie Ihren Rücken dabei aber möglichst gerade. Eventuell kann es auch hilfreich sein, den Gürtel oder Hosenbund des Pflegebedürftigen zu greifen.
  3. Um dem Pflegebedürftigen das Mitmachen beim Aufstehen zu ermöglichen, zählen Sie am besten auf drei und sagen dann „Aufstehen“.
  4. Gehen Sie dann mit dem Fuß zur Seite und drehen Sie sich Richtung Stuhl. Lassen Sie den Pflegebedürftigen langsam in den Stuhl gleiten, gehen Sie dabei ein wenig in die Hocke. Wenn der Pflegebedürftige sitzt, können Sie die Arme lösen.

Bettlaken wechseln

Solange der Pflegebedürftige das Bett noch verlassen kann, ist das Wechseln eines Lakens kein Problem. Kann er das nicht mehr, hilft folgende Vorgehensweise:

  1. Drehen Sie den Pflegebedürftigen zunächst zur Seite.
  2. Rollen Sie dann auf der freien Bettseite das Laken bis zum Rücken des Pflegebedürftigen auf. Ziehen Sie anschließend sofort das neue Laken auf.
  3. Drehen Sie dann den Pflegebedürftigen über die beiden aufgerollten Laken auf die andere Seite. Gehen Sie um das Bett und ziehen dann auf dieser Seite zuerst das benutzte Laken ab und dann das frische auf.

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