Weitere Leistungen

Entlastungsbetrag

Entlastungsbetrag

Unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad haben Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, Anspruch auf einen monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro.

Grundsätzlich ist der Entlastungsbetrag zweckgebunden und kann verwendet werden für

  • Tages- oder Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Leistungen der ambulanten Pflegedienste, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht für Leistungen im Bereich der Selbstversorgung (Grundpflege)
  • Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag (z. B. Demenzcafés)

Der Anspruch auf den monatlichen Entlastungsbetrag entsteht jeden Monat neu. Nicht verbrauchte Beträge können in den Folgemonaten abgerufen werden. Die im Laufe eines Kalenderjahres nicht in Anspruch genommenen Beträge können bis zum 30.06. des Folgejahres genutzt werden.

Pflegebedürftige, die im Zeitraum vom 1.1.2015 bis 31.12.2016 Anspruch auf den Entlastungsbetrag hatten, diese Leistung in diesem Zeitraum aber nicht vollständig ausgeschöpft haben, können diese nicht verwendeten Leistungsbeiträge noch bis zum 31.12.2018 übertragen lassen. Mit dieser Regelung können Pflegebedürftige, die in diesem Zeitraum entsprechende Leistungen in Anspruch genommen und selbst bezahlt haben, bis spätestens 31.1.2018 gegen Vorlage entsprechender Belege eine Kostenerstattung bis zur Höhe des nicht ausgeschöpften Entlastungsbetrages beantragen. Diese Regelung gilt aber ausschließlich für Leistungsansprüche vom 1.1.2015 bis 31.12.2016. Leistungsansprüche von 2017 können nur bis zum 30.6.2018 übertragen werden.

Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel

Es gibt eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, die den Alltag von Pflegebedürftigen erleichtern und durch die sie weniger fremde Hilfe benötigen.

Es gibt Pflegehilfsmittel

  • zur Erleichterung der Pflege. Hierzu zählen z. B. Pflegebetten oder Wannenlifter.
  • zur Erleichterung der Körperpflege. Hierzu zählen z. B. Waschsysteme oder waschbare Bettschutzeinlagen.
  • zur selbstständigen Lebensführung. Hierzu zählen z. B. Notrufsysteme.
  • zur Linderung von Beschwerden. Hierzu zählen z. B. Lagerungshilfen.
  • zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel. Hierzu zählen z. B. Desinfektionsmittel und Schutzkleidung.

Pflegebedürftige, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, leisten zu den Kosten der Pflegehilfsmittel eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent, höchstens jedoch 25 Euro je Pflegehilfsmittel. Mehr zur Befreiung von Zuzahlungen lesen Sie hier.

Bei sogenannten Verbrauchsartikeln - dazu zählen etwa Einmalbettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel - übernimmt die Pflegekasse der BKK RWE die Kosten in Höhe von bis zu 40 Euro im Monat. Eine Zuzahlungspflicht bei Verbrauchsartikeln besteht nicht.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Wenn ein Pflegebedürftiger zu Hause gepflegt und betreut wird, kann es hilfreich sein, das Wohnumfeld an die besonderen Belange des Pflege- oder Betreuungsbedürftigen individuell anzupassen, z. B. durch bauliche Maßnahmen. Denn die meisten Wohnungen sind nicht auf die Pflege von pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet, die Türen können beispielsweise für einen Rollstuhl zu schmal sein, und auch die Dusche kann aufgrund ihrer hohen Einstiegshöhe nicht mehr alltagstauglich bzw. nicht behinderten- oder altersgerecht sein.

Damit Pflegebedürftige trotzdem weiter in ihrer Wohnung leben können, kann die BKK RWE-Pflegekasse unabhängig von dem jeweiligen Pflegegrad unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes mit bis zu 4.000 Euro bezuschussen.

Leben mehrere Anspruchsberechtigte in einer gemeinsamen Wohnung, kann der Zuschuss für dieselbe Maßnahme für jeden Pflegebedürftigen maximal 4.000 Euro betragen. Der Gesamtzuschuss je Maßnahme ist auf 16.000 Euro begrenzt und wird gleichmäßig aufgeteilt.

Ambulant betreute Wohngruppen

Ambulant betreute Wohngruppen

Neue Wohnformen wie z. B. Senioren-Wohngemeinschaften oder Pflege-Wohn-Gemeinschaften  bieten die Möglichkeit, zusammen mit anderen Menschen in derselben Lebenssituation zu leben und Unterstützung zu erhalten – ohne auf Privatsphäre und Eigenständigkeit zu verzichten. Der pauschale monatliche Zuschlag hierfür beträgt 214 Euro.

Die Zahlung ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Bei Bedarf sprechen Sie uns gerne an.

Pflegebedürftige können bei Gründung einer Wohngruppe außerdem eine Anschubfinanzierung in Höhe von bis zu 2.500 Euro erhalten. Wird eine Wohngruppe gegründet, kann der Leistungsbetrag neben der Leistung für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen abgerufen werden. Insgesamt ist die Anschubfinanzierung auf 10.000 Euro je Wohngruppe begrenzt.

Pflegeberatung und Pflegekurse

Pflegeberatung und Pflegekurse

Die Pflegekasse der BKK RWE bietet ihren Versicherten, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, und deren Angehörigen eine qualifizierte und umfassende Pflegeberatung an, wenn ein individueller Hilfe- und Beratungsbedarf besteht. Zu diesem Beratungsangebot zählen auch Informationen über Leistungen zur Entlastung pflegender Angehörige.

Auf Wunsch können Sie einen Beratungsbesuch in ihrem eigenen Zuhause vereinbaren. Damit soll die Qualität der häuslichen Pflege gesichert werden. Gleichzeitig soll damit den pflegenden Angehörigen regelmäßig Hilfestellung und praktische pflegefachliche Unterstützung geboten werden.

Wenn Sie eine Pflegeberatung wünschen, wenden Sie sich bitte an uns.

Ferner fördert die Pflegekasse der BKK RWE für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen die Teilnahme an einer individuellen Schulung, die bei Ihnen zu Hause durchgeführt wird. Ziel ist die Stärkung der häuslichen Pflege und Betreuung und die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements von Pflegekräften. Über die verschiedenen Möglichkeiten der Teilnahme beraten wir Sie gern. Die Teilnahme ist für Sie kostenlos.

Weitere Unterstützung finden unsere Versicherten kostenlos im Online-Coach: Stark für die Pflege begleitet pflegende Angehörige über zehn Wochen mit alltagstauglichen Tipps und Empfehlungen für ein achtsameres, psychisch und physisch gesünderes Leben mit der Pflege.

Eine individuelle Schulung für Angehörige bieten wir auch speziell für den Personenkreis der demenzerkrankten Menschen an.

Mehr Informationen zu Pflegeberatung und Pflegekursen finden sie hier.

Beiträge zur Sozialversicherung

Soziale Absicherung der pflegenden Personen

Die BKK RWE übernimmt die Beiträge zur Rentenversicherung, wenn mindestens Pflegegrad 2 vorliegt und die Pflegeperson regelmäßig eine Personen mindestens zehn Stunden pro Woche - verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage - pflegt. Die Pflegeperson darf jedoch nicht regelmäßig mehr als 30 Stunden erwerbstätig sein. Dies gilt auch für Pflegepersonen, die regelmäßig mehrere Pflegebedürftige mindestens 10 Stunden pro Woche - verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage - pflegen.

Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad des Pflegebedürftigen und der Art der Leistungen, die der Pflegebedürftige erhält. Ausführliche Informationen zu diesem Thema gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung.

Wenn die pflegerische Tätigkeit mindestens 10 Stunden in der Woche an mindestens zwei Tagen durchgeführt wird, ist die Pflegeperson darüber hinaus unfallversichert. Dies gilt auch für Pflegepersonen, die regelmäßig mehrere Pflegebedürftige versorgen.

Unfallversichert sind Pflegepersonen bei allen Tätigkeiten, die mit der Pflegetätigkeit zu tun haben wie z. B.

  • auf den Fahrten zum Supermarkt, um für ihren Angehörigen einzukaufen.
  • bei der tatsächlichen Grundpflege, wenn sie zum Beispiel Ihren Angehörigen umziehen und dabei ausrutschen.
  • in der Wohnung des Pflegebedürftigen, auch bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie kochen oder putzen.

Der Arzt, der nach einem Unfall hinzugezogen wird, übernimmt die Meldung beim zuständigen Unfallversicherungsträger.
Eine vorherige Anmeldung bei der Unfallkasse ist nicht erforderlich, und Beiträge müssen im Rahmen einer solchen Pflegetätigkeit auch nicht gezahlt werden.

Ab 2017 werden Pflegepersonen in der Arbeitslosenversicherung versichert, wenn sie unmittelbar vor der Pflegetätigkeit versicherungspflichtig beschäftigt waren oder Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten: Für Pflegepersonen, die sich um eine pflegebedürftige Person mit mindestens Pflegegrad 2 kümmern, bezahlt die Pflegeversicherung – unabhängig von der Inanspruchnahme einer Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz – die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für die gesamte Dauer der Pflegetätigkeit. Weitere Voraussetzung ist auch hier, dass die Pflegeperson einen oder mehrere Pflegebedürftige wenigstens zehn Stunden wöchentlich pflegt, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche.

Die Pflegepersonen haben damit Anspruch auf Arbeitslosengeld und Leistungen der aktiven Arbeitsförderung, falls ein nahtloser Einstieg in eine Beschäftigung nach Ende der Pflegetätigkeit nicht gelingt.