Wohnumgebung

Jeder möchte möglichst lange in seinen vertrauten eigenen vier Wänden bleiben. Und wenn diese eigenen vier Wände entsprechend gestaltet sind, ist das auch machbar. Ganz wichtig ist es, Stolperfallen zu erkennen und zu vermeiden. Gehen Sie dazu ganz bewusst durch die Wohnung und achten Sie z. B. auf Teppichbrücken, lose Kabel oder hohe Türschwellen. Laufwege sollten komplett frei sein, ohne dass man irgendwelche Hindernisse umgehen muss.

Es reicht aber nicht immer, ein paar Möbel zur Seite zu rücken oder die Teppichbrücke zu entfernen. Manchmal sind bauliche Maßnahmen notwendig. In einer Mietwohnung ist das nicht ohne weiteres möglich, bauliche Veränderungen sind unbedingt vorher mit dem Vermieter zu besprechen.

Bei einer solchen alters- oder pflegegerechten Wohnraumanpassung helfen auch zahlreiche Beratungsstellen weiter. Unter barrierefrei.de finden Sie bundesweit Beratungsstellen, Architekten und Handwerker, die sich auf barrierefreie Umbaumaßnahmen spezialisiert haben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung (BAG) bietet die Kontaktadressen fast aller regionalen Wohnungsberatungsstellen. Darüber hinaus hat sie auch Qualitätsstandards für eine Wohnberatung entwickelt, an die sich alle Mitglieder halten müssen. Klären Sie aber unbedingt die Honorarfrage, bevor Sie eine solche Beratung in Anspruch nehmen.

Die Pflegekasse kann finanzielle Zuschüsse zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen leisten, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.

Darüber hinaus ist auch die Gestaltung des Pflegezimmers wichtig. Denn wenn die Welt eines Betreuten nur noch so groß ist wie sein Pflegezimmer, muss es umso gemütlicher, aber auch zweckmäßig sein. Wände in hellen Farben wirken z. B. freundlich und nicht so steril wie weiß. Dekorieren Sie das Zimmer mit vertrauten Gegenständen wie Bildern, einem besonders beliebten Möbelstück und denken Sie auch an Fernseher und Radio. Vom Bett aus sollte man möglichst durch ein Fenster nach draußen schauen können, auch das bietet ein wenig Abwechslung. Ideal ist es, wenn der Pflegebedürftige gleichzeitig die Tür im Auge hat, um zu sehen, wer das Zimmer betritt. Zweckmäßig ist das Pflegezimmer, wenn

  • es ruhig, aber nicht allzu abgelegen und möglichst auf der gleichen Etage ist, damit Ihre Wege nicht zu weit sind.
  • das Zimmer nicht allzu voll mit Möbeln gestellt ist, sondern ausreichend Platz lässt für die Pflege.
  • verschiedene Lichtquellen vorhanden sind, die das Zimmer gut ausleuchten.
  • das Bett von beiden Seiten erreichbar ist.
  • der Pflegebedürftige ein gut erreichbares Nachtlicht hat, damit er sich gegebenenfalls auch nachts orientieren kann.
  • am Bett eine Klingel, ein Babyfon, ein schnurloses Telefon und eventuell das Hausnotrufgerät griffbereit für den Pflegebedürftigen stehen.

Am wohlsten fühlt sich jeder in seinem vertrauten Bett – auch ein Pflegebedürftiger. Und es ist auch nicht immer notwendig, ein Pflegebett anzuschaffen. Wer aber länger oder gar dauerhaft bettlägerig ist, sollte über die Anschaffung nachdenken. Man braucht es nicht gleich zu kaufen, es besteht auch die Möglichkeit, ein Pflegebett zu mieten. Egal wofür man sich letztlich entscheidet: Wichtig ist in jedem Fall eine geeignete Matratze samt Matratzenschoner beziehungsweise ein Nässeschutz bei Inkontinenz.

Wer sich für ein Pflegebett entscheidet, sollte auf Folgendes achten:

  • Kopf- und Fußteil sollten verstellbar sein.
  • Die gesamte Liegefläche sollte höhenverstellbar sein.
  • Das Bett sollte Rollen haben.
  • An den Längsseiten sollte das Bett ausziehbare Latten als Fallschutz haben.